Autonome
Eigentlich wollte ich jetzt einen Beitrag über "Eragon - Der Auftrag des Ältesten", den ich gestern Nacht begonnen hatte, beenden. Aber wen wird meine Meinung dazu interessieren angesichts der Straßenschlachten, die sich Autonome gestern mit der Polizei in Rostock lieferten. Ich hatte die Fortsetzung meines Beitrages schon im Kopf und wollte nur mal auf der Spiegel-Seite und bei n-tv nach sehen, was so in der Welt passiert ist, weil ich heute noch kein Radio gehört habe.
Dann diese Schlagzeile "Fast tausend Verletzte, Dutzende Festnahmen" und darunter das Foto eines jungen Mannes, Anfang 20, in schwarz gekleidet, dunkle Sonnenbrille, unter seiner Maskierung lodert sein orange gefärbtes Haar wie die Flammen auf dem Autowrack hinter, das er und seine Kumpanen anzündeten. Ob er stolz auf seine Leistung ist? Er droht mit der Faust in Richtung des Fotografen. Auf einem Bild der Fotostrecke zu dem Artikel streckt ein Typ, der sich von dem Kerl auf dem Titelfoto des Artikel nur durch eine dunkelrote Jacke unterscheidet, die Arme triumphierend nach oben, während im Hintergrund Stühle und Tische eines Straßencafes brennen. Ist auch er stolz auf seine Leistung?
Was war das gestern für eine schöner Tag sicher nicht nur hier in Aachen sondern auch in Rostock. Ich habe in meinen Garten gefrühstückt, bevor ich nach Köln fuhr. Als ich am späten Nachmittag in meinen Wagen stieg, um zurück nach Aachen zu fahren, war es im Innern so warm, dass ich fast schwitzte. Man hätte den ganzen Nachmittag in einem Straßencafe sitzen können, vielleicht in Rostock, und die friedlich vorüberziehenden Demonstranten beobachten könne. Zu diesem Zeitpunkt tobte in Rostock allerdings wahrscheinlich schon der Straßenkampf. Beim Frühstück hatte ich Interviews mit jungen Leuten gehört, die von Köln aus in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einem Sonderzug nach Rostok fuhren, um sich an den Aktionen rund um den G8-Gipfel zu beteiligen. Sie zählten auf, was sie alles im Gepäck hätten: Kartenspielen, Jonglierbällen, Trillerpfeifen, Gitarren und was man noch so braucht für gute Laune und Stimmung zwischen den Demonstration und abends im Schlafsack. Ich musste schmunzeln und war auch ein bisschen schockiert: Es hörte sich als die Leute in Zeltlager fuhren.
Aus einem n-tv Video weiß ich, dass einige Autonome mit einem Sonderzug aus Hamburg anreisten. Was hatten sie im Rucksack? Klamotten zum Vermummen, Mundschütze, Steine, Wut, Gewalt und wahrscheinlich jede Menge Alkohol und Haschisch, schließlich muss man sich erst mal Mut ansaufenn, bevor man in die Schlacht zieht, man kann ja nicht ungedopt kämpfen. Soweit meine Klischeevorstellungen. Ich kenne keine Autonomen. Weshalb mir die Motive für solche Randalierer absolut schleierhaft sind. Bei einem bin ich mir aber sicher: politische Motive spielen keine Rolle. Politische Motive mögen vorgeschoben sein, aber der eigentliche Grund für die Gewalt ist: Die Lust an der Gewalt, der Rausch, den Gewalt in einem auslöst, das Gefühl mächtig zu sein, die Möglichkeit sich selbst und die eigene Wirkung auf die Umwelt endlich spüren, unmittelbar und hart den Schutzwall, den man mit Alkohol und Hasch um sich aufgeschichtet hat, durchbrechen, Zynismus und Abgestumpftheit niederreißen, um an der Welt da draußen teilzuhabne. Soviel zu meinem Klischee von Autonomen. Ich kenne keine Autonomen.
Ich bin wütend auf diese dämlichen, dummen Autonomen. Denn was haben sie mit ihrer Aktion erreicht? Dass die Polizei mit ihren überzogenen Sicherheitsvorkehrungen Recht hatte. Danke! Ihr Autonme! Das habt ihr super hingekriegt, eine echt intelligente Aktion war das!
Dann diese Schlagzeile "Fast tausend Verletzte, Dutzende Festnahmen" und darunter das Foto eines jungen Mannes, Anfang 20, in schwarz gekleidet, dunkle Sonnenbrille, unter seiner Maskierung lodert sein orange gefärbtes Haar wie die Flammen auf dem Autowrack hinter, das er und seine Kumpanen anzündeten. Ob er stolz auf seine Leistung ist? Er droht mit der Faust in Richtung des Fotografen. Auf einem Bild der Fotostrecke zu dem Artikel streckt ein Typ, der sich von dem Kerl auf dem Titelfoto des Artikel nur durch eine dunkelrote Jacke unterscheidet, die Arme triumphierend nach oben, während im Hintergrund Stühle und Tische eines Straßencafes brennen. Ist auch er stolz auf seine Leistung?
Was war das gestern für eine schöner Tag sicher nicht nur hier in Aachen sondern auch in Rostock. Ich habe in meinen Garten gefrühstückt, bevor ich nach Köln fuhr. Als ich am späten Nachmittag in meinen Wagen stieg, um zurück nach Aachen zu fahren, war es im Innern so warm, dass ich fast schwitzte. Man hätte den ganzen Nachmittag in einem Straßencafe sitzen können, vielleicht in Rostock, und die friedlich vorüberziehenden Demonstranten beobachten könne. Zu diesem Zeitpunkt tobte in Rostock allerdings wahrscheinlich schon der Straßenkampf. Beim Frühstück hatte ich Interviews mit jungen Leuten gehört, die von Köln aus in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einem Sonderzug nach Rostok fuhren, um sich an den Aktionen rund um den G8-Gipfel zu beteiligen. Sie zählten auf, was sie alles im Gepäck hätten: Kartenspielen, Jonglierbällen, Trillerpfeifen, Gitarren und was man noch so braucht für gute Laune und Stimmung zwischen den Demonstration und abends im Schlafsack. Ich musste schmunzeln und war auch ein bisschen schockiert: Es hörte sich als die Leute in Zeltlager fuhren.
Aus einem n-tv Video weiß ich, dass einige Autonome mit einem Sonderzug aus Hamburg anreisten. Was hatten sie im Rucksack? Klamotten zum Vermummen, Mundschütze, Steine, Wut, Gewalt und wahrscheinlich jede Menge Alkohol und Haschisch, schließlich muss man sich erst mal Mut ansaufenn, bevor man in die Schlacht zieht, man kann ja nicht ungedopt kämpfen. Soweit meine Klischeevorstellungen. Ich kenne keine Autonomen. Weshalb mir die Motive für solche Randalierer absolut schleierhaft sind. Bei einem bin ich mir aber sicher: politische Motive spielen keine Rolle. Politische Motive mögen vorgeschoben sein, aber der eigentliche Grund für die Gewalt ist: Die Lust an der Gewalt, der Rausch, den Gewalt in einem auslöst, das Gefühl mächtig zu sein, die Möglichkeit sich selbst und die eigene Wirkung auf die Umwelt endlich spüren, unmittelbar und hart den Schutzwall, den man mit Alkohol und Hasch um sich aufgeschichtet hat, durchbrechen, Zynismus und Abgestumpftheit niederreißen, um an der Welt da draußen teilzuhabne. Soviel zu meinem Klischee von Autonomen. Ich kenne keine Autonomen.
Ich bin wütend auf diese dämlichen, dummen Autonomen. Denn was haben sie mit ihrer Aktion erreicht? Dass die Polizei mit ihren überzogenen Sicherheitsvorkehrungen Recht hatte. Danke! Ihr Autonme! Das habt ihr super hingekriegt, eine echt intelligente Aktion war das!
sarah.tegtmeier - 3. Jun, 15:06