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17
Sep
2006

Vorlagen

"Kann ich Ihnen helfen?"

Emma zuckte zusammen, als sie unvermittelt eine Hand auf ihrer Schulter spürte. Sie mochte es nicht ungefragt berührt zu werden. Erst recht nicht von einer Verkäuferin, die ihre Tochter hätte sein können, oder nein ihre Enkelin, korrigierte sie ihren Gedanken, als sie dem jungen Ding in die Augen schaute.

"Haben Sie diese Bluse auch in Größe 44/46" Emma nahm eine rote Seidenbluse aus dem Regal, die ihr einigermaßen gut gefiel. Der Blick der Verkäüferin huschte an Emma herab, so rasch, dass er kaum wahrnehmbar war. Trotzdem war ihr nicht entgangen wie die Mundwinkel des Mädchens verächtlich nach unten zuckten. Dir können wir hier nicht helfen, sagte diese Mime aus, was an sich Emma nicht gestört hätte, aber es gefiel ihr nicht, wenn Verkäuferinnen sie duzten. Denn es gab diesen feinen Unterschied zwischen einem Gesicht, hinter dessen Stirn die Gedanken im höflichen "Sie" formuliert worden, und einem, das die Höflichkeit fallen ließ und das herablassende "du" benutzte.

"Da muss ich erst mal im Lager nach gucken"

Das junge Ding stakste nach hinten. Unter einem weißen Minirock wippten die Hüften. Emma wandte sich zu einem der Spiegel. die zwischen den Kleiderständern standen. So schlecht sah sieh heute wirklich nicht aus. Sie zupfte ein paar graue Strähnen zurecht und spürte in ihrer Blase ein leichtes Ziehen. Es war also wieder soweit. Die Boutique schien keine Kundentoilette zu haben, aber zum Glück ging es auch so.

"Tut mir leid. Die Bluse haben wir nur noch in 36 und 38"

Natürlich in welchen Größen auch sonst. Für manche Geschäfte schien geradezu unvollstellbar, dass auch etwas fülligere Kundinnen bei ihnen etwas kaufen wollte.

"Dann nehm ich sie in 36", entgegnete Emma.

Dann Blick der Verkäuferin weitete sich, als sei sie unsicher, ob sie richtig gehört hatte.

"Für meine Enkelin", fuhr Emma fort und ging voraus zur Kasse. Der Druck in ihrer Blase wurde stärker, wovon sie sich nicht irritieren ließ. Als die Verkäuferin die Bluse einpackte war es soweit. Emma machte sich in die Hose, pardon in die Vorlage, eine der segensreichsten Erfindungen. Sie lächelte die Verkäuferin an. Wenn du wüsstest, dass ich mir gerade in die Hose pinkle. Emma spürte wie es zwischen ihren Beinen warm wurde. Sie schämte sich nicht deswegen. Warum auch? War es nicht das natürlichste auf der Welt? Sie stellte sich vor, was für ein Theater das junge Ding machen würde, wenn sich in ihrem weißen Röckchen plötzlich ein gelber Fleck ausbreitete. Dann würde sie bestimmt nicht mehr so von oben auf Emma herabschauen.

"Vielen Dank für ihren Einkauf!"

Die Verkäuferin reichte Emma die Tüte. Die war doch nur froh, dass Emma endlich den Laden verließ. Aber auch die würde irgendwann in Emmas Alter kommen.
Ormek - 20. Sep, 07:21

Linie?

Guter Text, aber ich finde, ihm fehlt irgendwie die Linie. Wo will er eigentlich hin? Wieso kauft sie die Bluse dann doch für ihre Enkelin. Haben Oma und Enkelin den gleichen Geschmack? Kauft sie die Bluse nur, damit sie irgendetwas kaufen kann ("Ja, das haben Sie nich gedacht: auch ich finde hier etwas.") Dann stünde sie aber nicht, wie dargestellt, über der Verkäuferin (dem jungen Ding).

Vielleicht ist aber auch das zentrale Element die Blasenschwäche. Da fehlt mir dann doch der Bezug.

Viele Grüße
Oliver

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