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    <title>Sarahs Schreiballerei</title>
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    <description></description>
    <dc:publisher>sarah.tegtmeier</dc:publisher>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:date>2008-01-31T22:13:09Z</dc:date>
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    <title>Sarahs Schreiballerei</title>
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  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4665596/">
    <title>Stöckchen Nr. 2</title>
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    <description>Gerade habe ich auf der &lt;a href=&quot;http://www.buchstabenwiese-blogautorin.de/?p=161&quot;&gt;Buchstabenwiese&lt;/a&gt; ein Stöckchen gefunden. Weil mir das erste &lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4160417/&quot;&gt;Stöckchen-Spiel&lt;/a&gt; so gut gefallen hat, kann ich auch dies Mal nicht widerstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;1. Greife das Buch, das dir am nächsten ist, schlage Seite 18 auf und zitiere Zeile 4!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwierig! Auf meinem Schreibtisch liegen gerade acht Bücher ungefähr gleich weit von mir entfernt. Ich nehme das oberste. Schade, Seite 18 ist leer, dann eben das Buch darunter: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Tatsächlich war er in einem wohl beispiellosen Grade alles aus sich und alles in einem: Lehrer seiner selbst, Organisator einer Partei und Schöpfer ihrer Ideologie, Taktiker und demagogische Heilsgestalt, Führer, Statsmann und, während eines Jahrzehnts, Bewegungszentrum der Welt.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Joachim C. Fest: Hitler. Eine Biographie.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. Strecke deinen linken Arm so weit wie möglich aus. Was hältst du in der Hand?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Wolldecke, auf  der drei Kätzchen abgebildet sind, habe ich vorletztes Jahr zu Weihnachten bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. Was hast du als letztes im Fernsehen gesehen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Mitschnitt eines Queen-Konzert, Silvester 2007 bei Freunden, während wir Raclette machten. Ich selbst habe seit einem Jahr keinen Fernseher mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;4. Mit Ausnahme des Computers, was kannst du gerade hören?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das leise Gluckern meiner Heizung, den Wind der draußen durch die Rotbuche im Hinterhof bläst, das Klappen der Katzentür, als eine meiner Katze von ihrem Abendspaziergang heimkommt, den Tinitus in meinen Ohren - sonst ist es still.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;5. Wann hast du den letzten Schritt nach Draußen getan?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor zwei Stunden, als ich den Müll und gelbe Säcke nach draußen brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;6. Was hast du gerade getan, bevor du diesen Fragebogen begonnen hast?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe eine Mail an einen Freund geschrieben, in der ich mitteilte, dass ich die Karten für das Konzert des Alban Berg Quartett in der Kölner Philharmonie am 2. Mai bestellt habe und dass ich demnächst hier einen Beitrag über &quot;I am legend&quot; (der neue Film mit Will Smith, den wir gestern gesehen habe) schreiben will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;7. Was trägst du gerade?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine rote Jeans, ein beigefarbenes Sweat-Shirt, die rote Hausschuhe, die ich zu Weihnachten von meinen Eltern bekam, die Ohrringe, die mir meine Schwester zu Weihnachten schenkte, meine Brille (ohne könnt ich nicht sehen, was ich schreibe), graue Socken, BH, Slip, schwarzes Unterhemd, zwei Ringe, ein Haargummi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;8. Hast du letzte Nacht geträumt?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube schon, hab&apos;s vergessen, war wahrscheinlich wie immer irgendwas Abstruses, wenigstens war es kein Alptraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;9. Wann hast du zum letzten Mal gelacht?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich vor zwei Stunden von draußen mit dem leeren Mülleimer meine Wohnung betrat, ich ging aufs Kloh, brabbelte irgendein blödsinniges Wort (zurzeit ist &quot;Ichtyosaurus&quot; mein Favorit) und lachte sinnlos, zwecklos vor mich hin, passiert mit seit Monaten fast täglich: Ich muss nur mein aktuelles Blödsinnswort brabbeln, schon muss ich lachen. Das ist echt cool. Und natürlich eben lachte ich auch, als ich die Frage las, weil ich an die Situation von vorhin dachte, und während ich dies hier schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;10. Hast du kürzlich etwas Sonderbares gesehen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, heut Nachmittag, als ich aus dem Büro schaute. Auf dem Gehweg gegenüber unserer Firma lief eine Frau in Richtung der Bushaltestelle, 50 Meter hinter ihr ging ein Mann, mit schnellem Schritt, der aber nicht lief, in dieselbe Richtung. Dann ging die Frau ein paar Meter, dann lief sie wieder. Obwohl der Mann die ganze Zeit ging, also eigentlich langsamer als die Frau hätte sein müssen, änderte sich der Abstand zwischen beiden nicht. Warum läuft die Frau, wenn es ihr keinen Vorteil bringt?. Da musste ich an eine Beobachtung denken, die ich vor kurzem gemacht: Kinder im Vorschulalter laufen meistens, wenn sie zu einem bestimmten Ort kommen wollen, auch wenn dieser nur wenige Meter entfernt ist. Erwachsene dagegen laufen, auch wenn sie es eilig haben, selten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;11. Was war der letzte Film den du gesehen hast?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage habe ich schon unter 6. beantwortet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;12. Was würdest du kaufen, wenn du plötzlich Multimillionär wärst?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Rat an Lottogewinner lautet: Ruhe bewahren! Tief durchatmen! Das Geld nicht sofort zum Fenster rausschmeißen, die ersten Wochen überlegen, wie das Leben weiter gehen soll, und sich erst mal nur einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Das hinge bei mir von der Größe des Jackpots ab. Bei einem einstelligen Millionenbetrag ein iPhone von Apple, ab einem zweistelligen Millionenbetrag ein Audi TT Cabrio oder ein BMW Z3 Cabrio.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;13. Sag mir etwas über dich, was ich noch nicht wusste.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kind prophezeite man mir, dass ich noch das Haus in Brand setzen würde, wenn ich nicht mit Kokeln aufhöre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;14. Tanzt du gerne?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, am liebsten mit geschlossen Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;15. George Bush?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir ist letztens ein Gedanke gekommen, weshalb er so gut mit der amerikanischen Ölindustrie kann. Der war doch mal Alkoholiker, vielleicht liefern die Ölkonzerne ihm  als Gegenleistung dafür, dass er so vehement gegen eine vernünftige Kilimapolitik ist, jede Woche einen Kannister Benzin, an dem er dann schnüffelt, weil er nicht mehr saufen darf, Benzin ist ja so was ähnliches wie Alkohol. Ansonsten sind wir ihn ja bald los.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;16. Stell dir vor, dein erstes Kind wäre ein Mädchen. Wie würdest du es nennen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann keine Kinder kriegen. Auch als ich noch welche zeugen konnte, habe ich darüber nicht nachgedacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;17. Und einen Jungen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dito&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;18. Würdest du es in Erwägung ziehen, auszuwandern?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, nur wenn sich die Umstände in Deutschland so entwickeln würden, dass ich fliehen müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;19. Was würdest du Gott sagen, wenn du das Himmelstor erreichst?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ich nicht an Gott glaube, stellt sich mir die Frage nicht. Und selbst, wenn ich doch vor dem Tor landen sollte, hat der Typ hoffentlich, was besseres zu tun, als sich von mir Löcher in den Bauch fragen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;20. Jemand, der das hier auch beantworten soll?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Anhieb fällt mir keiner ein. Die Blogger, die ich kenne, haben&apos;s wohl schon getan. Also werf ich das Stöckchen, wie beim letzten Mal in die Runde. Vielleicht fängt es jemand.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Pers%C3%B6nliches&quot;&gt;Persönliches&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-31T22:13:08Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4659061/">
    <title>Sehr geehrter Herr Koch</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4659061/</link>
    <description>die letzten Tag waren sicher nicht einfach für Sie. Wie muss sich jemand wie Sie grämen, wenn Ihr visionäres Programm zur Bekämpfung der Jugendkriminalität und zur Ausländerintegration so gänzlich missverstanden und vom dummen Wahlvolk mit einem so schmachvollen Wahlergebnis abgestraft wird. Endlich sprach einmal jemand offen und unerschrocken aus: Ja, wir haben in Deutschland ein Problem mit der Jugendkriminalität! ja, wir haben uns zu lange nicht um die Jugend unserer Mitbebürger mit Migrationshintergrund gekümmert! Nur jemand wie Sie, ein Mann von unantastbarer moralischer Integrität und Autorität, konnte dem deutschen Volke so den Spiegel vorhalten, so dass wir beim Anblick unserer von wirtschaftlichem Wohlstand aufgedunsenen Gesichter erkennen und eingestehen müssen: Wir haben versagt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich mit Bosko, meinem Leibwächter, durch die Straßen von Frankfurt schlendere, begegne ich tagtäglich Horden junger Türken, Iraner, Afghanen. Sie gehen nicht zur Schule, lungern auf den Straßen herum, pöbeln die Spaziergänger an. Einige tragen viel zu weite Hosen, Goldkettchen, manche rappen sogar, scheren sich nicht darum, dass sie damit ihre Mitmenschen belästigen. Einige wenige erkennen mich und zollen mir den nötigen Respekt, die meisten gehen lachend an mir vorbei, verspotten mich sogar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bosko!, sage ich dann zu meinem Begleiter. Um die Jugend müssen wir uns kümmern. Diese Jungs sind unser Kapital, unsere Zukunft, in die müssen wir investieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben so Recht, mein Pate, stimmt mir Bosko immer zu. Aber was sollen wir machen? Wir haben unsere Organisation aufgebaut. Wir wären bereit die Kerle auszubilden. Aber wir kommen ja nicht an die jungen Talente heran. Die eifrigsten werden uns vorenthalten und in blödsinnige Resozialisierungsprogramme gesteckt. Das verdirbt die Jungs fürs Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie recht er hat, mein guter Bosko. Wie oft schon haben wir das in der Ortsgruppe unserer Organisation besprochen. Nächte haben wir damit zugebracht, eine Strategie zu entwickeln, wie wir unseren Nachwuchs rekrutieren können. Denn eines seien Sie versichert: Der Fachkräftemangel grassiert auch bei uns. Aber diese Sozialarbeiter waren bisher immer schneller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Aufschrei der Erleichterung ging durch unsere Organisation als Sie, Herr Koch, wesentliche Punkte Ihres Wahlprogrammes vorstellten: Frühzeitige, konsequente und dauerhafte Einweisung der in Frage kommenden Jugendlichen in unsere Ausbildungszentren. Alle aus meiner Organisation stimmen Ihnen da zu: Nur so können wir den jungen Männern eine Perspektive bieten, nur so können sie das Potential, das in ihnen steckt entwickeln und schließlich den Platz in meiner Or ... pardon ... in unserer Gesellschaft einnehmen, für den sie geboren wurden. Und dann auch noch Ihr geradezu genialer Vorschlag eines zweiwöchigen Praktikums in einem unserer Ausbildungsbetriebe. Seien Sie versichert: Wir werden diese zwei Wochen nutzen, um geeignete Kandidaten auszuwählen und sie mit allen nötigen Information versorgen, wie sie sich auf einen Ausbildungsplatz in unseren Betrieben bewerben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seien Sie standhaft, Her Koch, geben Sie nicht auf. Sie haben am vergangenen Sonntag, trotz heftigsten Gegenwindes aus linken Kreisen der Gesellschaft, einen grandiosen Wahlsieg errungen. Ihr Konzept weist in die richtige Richtung, kämpfen Sie weiter für seine Realisierung. Meine Organisation wird Sie mit allen dafür notwendigen Mittel unterstützen! Sollten Sie unterliegen, sollten Sie gar ins politische Abseits gestellt werden, wenden Sie sich an mich! Für Leute von Ihrem Format habe ich in meiner Orgarnisation immer reizvolle Aufgaben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochachtungsvoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Don Corleone&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(stellvertrender Ortsgruppenleiter der Organisierten in Frankfurt)</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Gesellschaft&quot;&gt;Gesellschaft&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-29T18:14:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4656319/">
    <title>Das letzte Frühstück</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4656319/</link>
    <description>&quot;Nein, pfui, Max! Das ist nichts für dich&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kater buckelte, als Karin Hofmann ihn von dem Frühstück wegschubste, das sie für ihren Vater bereitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Karin!&quot; Die Stimme ihres Vaters gellte aus dem ersten Stock. &quot;Wo bleibt mein Frühstück?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie blickte unschlüssig auf die Phiole, in die sie den Sud aus Hundspetersilie, geflecktem Schierling und Samen des Wunderbaums gefüllt hatte. Ihre Hand zitterte, als sie den Deckel der Phiole aufschraubte. Sie mochte den Geruch des Giftes: so roch Freiheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Karin!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Vater hatte sich nie für sie interessiert; seit er wegen des Schlaganfalls das Bett allein nicht mehr verlassen konnte, ließ er seinen Groll an ihr ab: Es reichte. Später erinnerte sie sich nicht mehr, wie sie das Gift in Saft und Kaffee gegossen hatte, nur an den letzten Tropfen, der sich zögernd vom Rand der Phiole gelöst hatte und glitzernd auf das Rührei gefallen war, erinnerte sie sich später und daran, dass sie auf der Treppe fast über Max gestolpert wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Wurde aber auch Zeit&quot;, knurrte ihr Vater, als sie das Tabelett auf den Nachtschrank stellte. &quot;Soll ich auch noch hungern, reicht es nicht schon, dass ich nicht mehr allein laufen kann?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Nein, Vater, ich ...&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Willste mir jetzt etwa auch noch zu gucken? Oder mich vielleicht sogar füttern?&quot; Er schwang die Hand, in der er das Glas hielt. Orangensaft tropfte auf die Bettdecke. &quot;Verschwinde! Und nimm deinen stinkenden Kater mit!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Karin das Zimmer verließ, leerte der Vater das Glas in einem Zug. Nun würde es geschehen. Wie lange würde es dauern, bis das Gift wirkte? Sie ging hinunter in die Küche und setzte sich an den Tisch. Max sprang auf ihren Schoss und ließ sich von ihr kraulen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Karin! Uh! ... Mir ist ... Hilf mir, Karin!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie presste die Hände auf die Ohren, starrte aus dem Fenster und beobachtete wie die Sonne empor stieg. Erst als sie aus dem Ausblick herausgewandert war, wagte Karin es, die Hände sinken zu lassen. Was für eine wunderbare Stille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Max!&quot; Der Kater kletterte auf den Tisch und rieb sein Köpfchen an ihrer Wange. &quot;Wir sind frei! Hörst du?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am liebsten wäre sie durchs Haus getanzt, aber ihre Freude dauert nicht lang. Schlagartig wurde ihr bewusst, was sie getan hatte, dass sie eine Geschichte brauchte, um zu erklären, wie ihr Vater gestorben war, und dass sie die Spuren beseitigen musste. Sie wollte gerade aus der Küche gehen, als jemand gegen das Fenster klopfte. Sie zuckte zusammen und erkannte den Arzt ihres Vaters erst nicht. Er gab ihr Zeichen, dass er zur Haustür gehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fieberhaft überlegte sie, was sie dem Arzt erzählen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Guten Morgen, Herr Dr. Kutzner! Ich bin so froh, dass Sie zufällig kommen&quot; Ihr fiel nichts Besseres ein, als die besorgte Tochter zu spielen. &quot;Mein Vater hatte heute Morgen Schmerzen in der Brust. Ich wollte Sie deswegen anrufen. Aber Sie wissen ja, wie er ist.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Guten Morgen, Frau Hofmann! Eigentlich wollte ich Sie nur fragen, ob ich meinen Hut bei Ihnen vergessen habe.&quot; Dr. Kutzner trat ein. &quot;Aber wo ich schon da bin, kann ich ja mal mit Ihrem Vater sprechen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Karin den Arzt zum Schlafzimmer ihres Vaters führte, begann sie zu schwitzen. Sie fürchtete sich vor dem Anblick, der sie erwartete; hoffentlich schöpfte der Arzt keinen Verdacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Vater!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erschrak, als sie die Leiche ihres Vater sah. Ein Arm hing schlaff an der Bettkante herunter. Erbrochenes quoll aus seinem Mund. Die Augen blickten zur Ecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Kutzner drängte sich an ihr vorbei. Er tastete nach dem den Puls des Toten und befühlte die Stirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Es tut mir Leid, Frau Hoffmann&quot; Dr. Kutzner ging auf Karin zu und nahm ihre Hände. &quot;Ihr Vater ist tot.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Tod? Nein, das kann doch gar nicht sein. Vorhin habe ich ihm doch noch das Frühstück gebracht.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karin spürte, dass sie ihrem Gesicht nicht den richtigen Ausdruck geben konnte. Sie drehte sich vom Bett fort, lehnte die Stirn gegen die Wand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ja, es sind wirklich seltsame Umstände&quot; Dr. Kutzner legte eine Hand auf ihre Schulter. &quot;Irgendwas stimmt hier nicht.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Wie meinen Sie das?&quot; Karins Puls hämmerte in ihrem Hals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Frau Hoffmann&quot;, Dr. Kutzner sah sie finster an. &quot;Sie müssen mir genau erzählen, wie ihr Vater sich heute Morgen gefühlt hat.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Als ich ihm das Frühstück brachte, sagte er, ihm sei schwindlig und er habe ein Stechen in der Brust, das Atmen strenge ihn an.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Es fällt mir schwer Ihnen das zu glauben. Als ich Ihren Vater das letzte Mal untersuchte, waren sein Herz und seine Lungen in Ordnung.&quot; Der Arzt zeigt auf den Toten. &quot;Die Merkmale an seinem Körper deuten daraufhin, dass er sich erst übergeben hat und dann erstickt ist. Das sieht mir nicht nach einem natürlichen Tod aus.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich versteh nicht, was Sie damit andeuten wollen&quot; Jetzt nur nicht die Nerven verlieren; was hatte er schon in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Sie verstehen sehr gut. Glauben Sie etwa, ich hätte nicht bemerkt, wie das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Vater war.&quot; Dr. Kutzner zog ein Handy aus einer Hosentasche. &quot;Ich muss die Polizei rufen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Was?&quot; Karin schüttelte den Kopf &quot;Wollen Sie damit etwa andeuten ...&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich will gar nichts andeuten.&quot; Er tippte eine Nummer in das Telefon und sah sie mit düsteren Augen an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es ihr schwer fiel, zwang sie sich seinem Blick nicht auszuweichen. Wenn sie jetzt die Augen abwandte, wäre das so gut wie ein Geständnis. Sie musste die verwirrte Tochter spielen, die angesichts des plötzlichen Todes ihres Vaters den Vorwurf des Arzt nicht verstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;So, ja, also.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr wurde übel. In ihrem Blick schmolzen die Gestalt des Arzt und die Leiche zu einem zerfransendem Fleck. Was war das für ein Klecks auf dem Nachtschrank. Sie rieb sich die Augen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Nein&quot;, flüsterte sie, als sie begriff, dass der Kater sich über die Reste des Frühstücks hermachte. &quot;Nein, Max, nein! Das darfst du nicht fressen!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie packte Max und versuchte die letzten Bissen aus seinem Mund zu klauben. Der Kater fauchte, hieb mit den Krallen nach Karins Händen, weshalb sie ihren Griff löste. Der Kater flüchtete aus dem Zimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Herr Dr. Kutzner!&quot; Sie wollte dem Kater folgen. &quot;Er muss alles wieder ausspucken.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Weshalb?&quot; Der Arzt stellte sich ihr in den Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Er wird sterben, er darf nicht sterben!&quot;, kreischte Karin hysterisch. &quot;Bitte, helfen Sie mir, wir müssen ihn finden. Haben Sie nicht ein Abführmittel oder so was?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Was ist mit dem Frühstück?&quot; Dr. Kutzner packte Karin bei den Schulter. &quot;Was haben Sie damit gemacht? Haben Sie Gift hineingetan?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ja, ja!&quot;, seufzte Karin und sank auf die Knie. &quot;Bitte, Dr. Kutzner, sie müssen Max finden. Er darf nicht sterben, nicht er, das wollte ich nicht.&quot;</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Geschichten&quot;&gt;Geschichten&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-28T19:00:07Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4653573/">
    <title>Nutte</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4653573/</link>
    <description>Na, los nun fahr schon! Grüner wirds nicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martha haute die Faust auf die Hupe. Der rote Polo machte einen Satz nach, dann blieb er wieder stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So Idiot! So ein Sonntagsfahrer! Kann noch nicht an einer Ampel anfahren!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie blickte über die Schulter, suchte im Verkehr nach einer Lücke. Endlich fand sie eine, sie scherte aus der rechten Spur aus, um den Wagen vor ihr zu überholen. Gerade als sie Gas geben wollte, sprang die Ampel am auf rot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheiße!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rückspielgel sah, wie die Fahrerin des Polo immer noch mit dem Anlasser kämpfte. So wie die aussieht hat die ihren Führerschein vor über 40 Jahren gemacht. Das die überhaupt noch fahren darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martha drehte die Lautstärke des CD-Players hoch. Sie stand mit ihrem Wagen in der ersten Reihe an der Ampel. Ein älterer Herr humpelte über die Straße, er trug zwei aufgerissene Plastiktüten, aus denen Bierflaschen herausragten. Martha beobachtete den Mann, vor dem Bordstein bliebstehen, trat zwei Mal auf der Stelle, bevor einen Fuss hob zum Schritt hob. Genau in dem Moment als er an der Eckbar vorüber humpelte, öffnete sich die Tür. Die Fenster der Bar waren mit schwarzer Folie zugeklebt. Auf einer Scheibe posierte das Bild einer Frau, die nur mit Slip und BH bekleidet, sie stemmte die Hände in die Hüften, hielt den Kopf schief und blickte verführerisch auf die Passanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was müssen das für Männer sein, dachte Martha, die in solche Bars gehen, und was für Frauen arbeiten dort?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Arm streckte sich aus dem Spalte, die Finger gespreizt, die Handfläche nach oben, als prüfe jemand, ob es regne. Die Hand wurde zurückgezogen. Eine Frau trat aus der Bar auf den Gehsteig. Sie löste das Band, das die schwarzen Haare zusammenhielt, legte den Kopf in den Nacken, fuhr mit Finger durch die Strähnen, schwarze glänzende Strähnen, die bis zu den Kniekehlen flossen, dunkles Wasser, das aus einer Quelle sprudelt. Ein Koreanerin oder eine Japanerin. Die Frau blickte nach beiden Seiten, während sie ihre Strickjacke zuknöpfte, sonst trug sie nur eine hautenge Jeans und Espandrillos, kein Schmuck, sie war ungeschminkt, drehte den Kopf zur Straße und auf einmal trafen sich ihre Blicke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Musik noch immer aus den Lautsprecher dröhnte, schien es viel stiller im Wagen zu werden. Martha nahm eine Hand vom Lenkrad. Die Frau an der Straße, legte den Kopf zur Seite, hob die Mundwinkel zu einem Lächeln, dann eine Hand, zupfte mit den Finger einen Gruß aus der Luft, der wie eine unsichtbare Feder über den Gehsteig schwebte. Martha winkte schüchtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann hörte sie das Hupen der Wagen hinter ihr. Der rote Polo fuhr an ihr vorbei. Die Fahrerin zeigte Martha einen Vogel. Der alte Mann mit den Plastiktüten verschwand in einer Seitengasse. Martha trat auf die Kupplung, würgte beinah den Motor ab und schaffte es gerade noch bei gelb über die Kreuzung. Sie sah mehr in den Rückspiegel als nach vorn.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Geschichten&quot;&gt;Geschichten&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-27T20:53:57Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4642322/">
    <title>Disziplin!</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4642322/</link>
    <description>In meinem Esszimmer steht seit meinem Einzug eine Pflanze, die ich von einer Freundin als Dauerleihgabe bekam. Aus einem Topf ragen zwei dünne Stängel ungefähr anderthalb Meter in die Höhe. An der Spitzen strecken sich palmenblattartige Blätte auseinander. Wie die Pflanze heißt weiß ich nicht. Ich bin in Botanik nicht sehr bewandert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Pflanze ein Bewusstheit hätte, würde sie den Tag, an dem ich sie bekam, als den schlimmsten Unglückstag in ihrem Leben bezeichnen und mich auf jede nur denkbare Weise verfluchen. Anfangs habe ich sie noch einigermaßen regelmäßig gegossen, aber dann begann ich sie zu vernachlässigen. Im letzten Jahr gönnte ich ihr irgendwann im Juli das letzte Mal ein paar Tropfen Wasser. Dementsprechend sieht sie heute aus. Dass sie nicht schon längst alle Blätter abgeworfen und noch immer etliche halbgrüne Wedel hat, wundert mich. Wenn ich letztes Jahr meine Wohnung sauber machte, kehrte ich jedes Mal eine Handvoll ihrer Blätter zusammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede meiner bisherigen Wohnungen war für Pflanzen ein botanisches Straflager. Wenn ich ehrlich bin, vertrocknete jede Pflanze bei. Mir fehlte die Disziplin und Ausdauer mich um sie zu kümmern. Meistens vergas ich sie und schmiss nach einigen Monaten die vertrockneten Überreste in die Mülltonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun wird alles anders!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe von dem Schicksal der Pflanze in meinem Esszimmer erzählt, weil sie ein Symbol für etwas ist, das auch ein Grund ist, weshalb ich mit allen größeren Schreibprojekten gescheitert bin: mangelnde Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normalerweise mache ich mir zu beginn eines neuen Jahres keine guten Vorsätze. Ich bin der Meinung, wenn man weiß, was für schlechte Angewohnheiten man sich abgewöhnen sollte, dann sollte man mit dem Abgewöhnen nicht bis zum nächsten Neujahrsmorgen warten sondern sofort damit anfangen. Insofern ist mehr Disziplin wahrscheinlich nur deshalb mein guter Vorsatz für 2008, weil mir zu Beginn des neuen Jahres bewusst wurde, dass ich niemals eine Schriftstellerin sein werde, wenn nicht disziplinierter werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ich nicht glaube, dass ich einfach so disziplinierter werde, habe ich mir einige Trainingsaufgabe in Sachen Disziplin überlegt. Obwohl natürlich mein Hauptsziel mehr Schreibdisziplin ist, hat kaum eine der Übungsaufgabe etwas mit Schreiben zu tun. Ich habe mir kleine Lektionen in Alltagsdisziplin vorgenommen: Eingehende Post nicht wochenlang auf dem Eingangsstapel ablegen, sondern noch am selben Tag bearbeiten und abheften; den Schreibtisch in Ordnung halten, nichts Unnötiges darauf liegen lassen; Kleidung, die ich abends ausziehe, am nächsten Tag aber nicht wieder anziehen werden, nicht mehr auf einen Stapel legen sondern zurück in den Schrank hängen; gebrauchtes Geschirr in die Spülmaschine stellen; Flecken in der Küche sofort (nicht erst beim nächsten Wohnungsputz) wegwischen; und noch mehr solcher Kleinigkeiten habe ich mir vorgenommen, um mich in Disziplin zu über. Und natürlich: meine Pflanze pflegen, damit sie nicht eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Disziplin!&quot;, rufe ich mir nun mehrmals am Tag zu, wenn ich nachlässig zu werden drohe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich merke die Wirkung schon: Auf meinem Schreibtisch liegen kaum noch Sachen, die mich von Schreiben ablenken könnten, da bleibt mir nichts etwas anderes übrig als: zu schreiben.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Schreiben&quot;&gt;Schreiben&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-23T20:36:30Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4627218/">
    <title>Es wird ernst ...</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4627218/</link>
    <description>Ich schreibe noch, auch wenn mein letzter Beitrag hier schon einige Wochen her ist: Ich schreibe noch. Ich war sogar ziemlich fleißig: Ich habe endlich meine B4 eingesandt und diese Woche mit der Arbeit an der B5 begonnen, aber das wird sicherlich nur ein paar Eingeweihten unter meinen Lesern, die ich hier vielleicht noch habe, etwas sagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für diese Eingeweihten habe ich auch eine Nachricht, die mindestens eine davon zu einem Kommentar provozieren wird: Ich breche mein Studium bei der Schule des Schreibens ab. Ich habe das schon mehrmals angekündigt und jedes Mal ein ungutes Gefühl dabei gehabt, das eigentlich nur eine Ursache hatte: Stolz. Ich habe viel Geld für diesen Fernkurs bezahlt, da wollte ich wenigstens einen Abschluss (wenn auch nur in Form einer Bescheinigung, dass ich den Lehrgang bis zum Ende absolviert habe). Ich war zu stolz mir einzugestehen, dass ich die Kursgebühr umsonst bezahlt habe. Um dieses Eingeständnis des Scheiterns kann ich mich nicht länger drücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine reguläre Studienzeit endete im Februar 2007. Ich habe bereits ein einjährige Verlängerung in Anspruch genommen (Mitte Februar müsste ich meine B12 abgeben) und nicht nutzen können. Letztes Jahr im Spätsommer hatte ich noch die Idee, wenn ich mich richtig anstrenge, d.h. alle zwei bis drei Wochen eine Einsendeaufgabe abgebe, dann könnte ich es noch schaffen. Aber es funktioniert nicht mit einem 40-Stunden-Brotberuf nebenher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Jetzt, da mir langsam bewusst wird, dass es die Richtige ist, löst sie zwei Gefühle in mir aus: Erleichterung und Aufbruchstimmung. Ich schiebe das Fernstudium nicht mehr vor mir her. Ich bin nicht mehr dem Zwang unterworfen, jeden Monat eine Einsendeaufgabe schreiben zu müssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine neue Phase in meinem Leben als Schriftstellerin beginnt: Niemand stellt mir eine Schreibaufgabe, ich muss mir nun selbst überlegen, was ich schreiben will. Als mir das beim Abendbrot klar wurde, erschrak ich deswegen zuerst. Nun bin ich bei meinem Schreiben auf mich selbst gestellt, muss die Schreibaufgaben selbst definieren, kann mich nicht mehr vor meinen Ideen verstecken oder fantasieren, was für tolle Geschichten oder Romane ich aus ihnen machen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wird es sozusagen Ernst mit dem Schreiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Das wurde aber auch Zeit!&quot;, rufen ein paar Leute, die mir wichtig sind und schon viel zu lange darauf warten. Sie blicken gerade verwundert durch meinen Augen auf den Bildschirm: Meint Sarah das jetzt ernst? Will die uns jetzt endlich aus ihrem Kopf herauslassen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, Leute, ich übergebe Euch das Kommando über mein Schreiben, Euch, die ihr zu lange in vagen Ideen gesiecht habt. Ich will endlich Eure Geschichten schreiben.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Schreiben&quot;&gt;Schreiben&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-18T20:55:59Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4477980/">
    <title>Messer</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4477980/</link>
    <description>Sie legte das Messer zurück in die Schublade, nachdem sie das Blut an ihrer Schürze abgewischt hat, nachdem sie ihre Hände gewaschen hat. War es das Wert? Was wird sich jetzt für sie ändern? Wenn sie nicht aufpasst, wenn sie in den nächsten Wochen einen Fehler macht, dann wird sie ausziehen müssen, nicht freiwillig,  sie wird sich die Wohnung nicht selbst aussuchen dürfen. Ein kleines Einzelzimmer wird man ihr zuweisen. Mit einem Schlüsselwächter und einem Torwächter. Eine Zukunft gebaut aus Verboten,  Verordnungen, und Demütigungen. Ihr Blick folgt der Blutspur, die auf das Laminat tropfte, nachdem sie vom Schlafzimmer in die Küche ging. Nun gibt es nur ein ein Danach, das Vorher stach sie mit dem Messer aus dem Fleisch ihres Lebens. Sie trocknet sich die Hände ab. Wie sah das Vorher aus? Schneller als sie ahnte verblasst die Erinnerung. Wie ein Fleck auf einem Löschpapier, das auf einer Heizung liegt. Ausgetrocknet, Laub das im Herbst von den Bäumen fällt. Sie nimmt ein Glas aus dem Schrank, füllt es bis zum Rand mit Rotwein, setzt das Glas an die Lippen, anstatt zu trinken, kippt sie sich den Wein über den Kopf, leckt nur die Tropfen, die der Zufall über ihre Lippen spült mit der Zunge. Sie setzt sich auf einen Stuhl. Die heilige Flüssigkeit sickert in das Nachthemd. Widerstehen Blutflecken einem Vollwaschmittel standhafter als Blutflecken. Saubermachen, aufräumen, ein Alibi zurecht legen, ein Story erfinden, die man glauben könnte, wenn die Augen den dazu passenden Blick fänden. Sie muss etwas tun. Aber sie hat es schon getan. Es gibt nichts mehr zu tun. Sie lächelt.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Morgenseiten&quot;&gt;Morgenseiten&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-24T23:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4436947/">
    <title>Martha will ein iPhone</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4436947/</link>
    <description>Ein feuchter Wind blies durch die Schildergasse. Martha klappte den Kragen ihres Mantels hoch, presste die Hände in die Taschen und stellte sich in die Reihe der Leute, die vor dem T-Punkt warteten. Sie schaute auf ihre Armbanduhr: 23:45, noch eine viertel Stunde bis der Laden öffnete, dann endlich hätte das lange Warten ein Ende. Der Asphalt glänzte im Schein der Straßenlaternen und dem Licht, das aus den Schaufenstern der Nachbargeschäfte fiel, vor denen natürlich keine Menschenmenge stand. Nur ein paar Schaulustige steckten die Köpfe zusammen und lästerten über die Leute, die bei so einem ungemütlichen Wetter kurz vor Mitternacht vor einem T-Punkt ausharrten, nur um ein Telefon zu kaufen. Journalisten und Kamerateams drängelten sich durch die Gruppe, um vom Verkaufsstart es iPhones in Deutschland zu berichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zehn Minuten, dann endlich würde auch sie eines kaufen können. Das coolste Mobilfunktelefon aller Zeiten. Sie spürte, wie sich bei diesem Gedanken ein verklärter Ausdruck über ihr Gesicht legte, den sie nur zu gut kannte.  Mit diesem Lächeln sprachen alle Apple-Begeisterten, wenn sie von ihrem Panther, Tiger oder Leoparden schwärmten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du willst dir das Ding also wirklich kaufen?, hatte Lutz gefragt und verständnislos den Kopf geschüttelt, als sie sich an diesem Abend auf dem Weg machte. Du bist verrrückt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Martha um kurz nach Mitternacht den T-Punkt betrat, dachte sie wieder an die Argumente, die Lutz aufgezählt hatte. Brauchte sie das iPhone so dringend, dass es sich lohnte die nächsten zwei Jahre jeden Monat mindestens 49,-- &#8364; Grundgebühr zu zahlen? Natürlich war der Tarif teuer. Und wenn sie ehrlich war, brauchte sie das iPhone nicht. Bisher hatte sie die Möglichkeit, das Internet in ihrer Handtasche mit sich herumtragen zu können, nicht vermisst. Im Durchschnitt bekam sie pro Tag drei oder vier Emails, die selten so dringend waren, dass sie permanenten Zugriff auf ihr Emailkonto benötigte. Beim iPhone ging es nicht um dessen Notwendigkeit sondern um dessen Eleganz und konzeptionelle Schlichtheit. Es kam mit einem einzigen Bedienknopf aus, dessen Funktionalität allein darin bestand, aus jedem beliebigen Zustand zurück zum Startbildschirm zu gelangen. Verglichen damit war ihr Nokia 6230i und jedes andere Mobilfunktelefon ein grob zurecht geschliefener Faustkeil. Die Frage war nicht, ob sie es brauchte sondern ob sie es haben wollte. Ja, sie wollte es haben! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnerte sich an ihre Reaktion als sie vor einigen Monaten Steve Jobs Präsentation des iPhones sah. Schon damals war sie begeistert gewesen. Seitdem verfolgte sie jede Meldung im Internet, wann und bei welchem Provider des iPhone in Deutschland erhältlich sein würde. Als dann die ersten Gerüchte der iPhone-Tarife von T-Mobile kursierten, war sie enttäuscht, weil sie sich die nicht leisten konnte. Nachdem sie die ersten Analysen der Tarife gelesen hatte, nach denen diese verglichen mit ähnlichen Tarifen anderer Provider durchaus fair seien, ebbte ihre Enttäuschung über Apple und T-Mobile für ein paar Stunden ab. Dann mussten die Tarife wohl so teuer sein, wenn das selbst der Redakteur von Spiegel-Online schrieb. Aber ihre Enttäuschung kehrte bald zurück. Nein, darum ging es doch gar nicht. Es ging einfach nur darum, dass Martha das iPhone haben wollte, weil sein Design und seine Funktionalität sie irgendwie ansprachen. Sie besass ein MacBook und einen iPod. Sie bereute keinen Cent, den sie dafür bezahlt hatte, obwohl Apple-Produkte teurer waren als vergleichbare Geräte anderer Hersteller. Sie war auch bereit den Preis des iPhones zu zahlen. Aber sie sah nicht ein, weshalb sie zusätzlich eine monatliche Mindestensgebühr zahlen sollte, nur um das iPhone besitzen zu dürfen. Warum durfte sie das iPhone nicht mit ihrem jetzigen Tarif nutzen? Natürlich war es für diesen überdimensioniert. Sie brauchte kein Visual-Voice-Mail, sie brauchte das Internet nicht in ihrer Handtasche, sie musste nicht im WiFi-iTunes-Store Musik kaufen. Sie wollte mit dem iPhone nur telefonieren, Musik hören, Fotos und Videos gucken, das alles in einem einzigen coolen Gerät. Sie wollte das iPhone einfach nur genießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stand vor einem Stapel mit iPhones-Karton. Eine Mitarbeiterin des T-Punktes bot ihr einen Kaffee an, sie lehnte dankend ab. Ihre Füße froren. Sie nahm eine Karton vom Stapel, ihre Hände zitterten, sie schaute zur Kasse und spürte wieder die Wut und Enttäuschung, wie vorhin als sie sich mit Lutz wegen des iPhones gestritten hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verstehst du nicht!, hatte sie geschrien und war aus der Wohnung gestürmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie bereute, dass sie ihre Enttäuschung über Apples Vermarktungsstrategie für das iPhone an Lutz ausgelassen hatte; diese Strategie die so gar nicht zu ihrem bisherigen Bild von Apple passte, die ihr so kalt und berechnend schien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hey, Martha!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie spürte eine Hand auf ihrer Schulter und drehte sich um. Lutz Blick traf sie so überraschend, dass sie zuckte und einen Schritt zurück machte. Seine Hände steckten in den Taschen seines Duffle Coat, um den Hals hatte er den Schal gewickelt, den sie ihm gestrickt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du brauchst kein iPhone, um cool zu sein, sagte er ruhig. Für mich bist du die coolste Frau der Welt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martha legte den Karton zurück und lächelte.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Geschichten&quot;&gt;Geschichten&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-11T22:46:20Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4409758/">
    <title>Das Mädchen am fernen Ufer</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4409758/</link>
    <description>Seit einiger Zeit beobachte ich eine seltsame Entwicklung bei mir, mit der ich so nicht gerechnet hatte, als ich meinen Weg vom Mann zur Frau vor vier Jahren begann. Ich kann mich noch gut an ein Telefongespräch mit einer Freundin erinnern, als ich gerade dabei mich an meinen weiblichen Vornamen zu gewöhnen. Als ich damals ihre Nummer wählte, lebte ich glaube ich noch nicht als Frau, sondern ging noch als Mann zur Arbeit und lebte meine Weiblichkeit nur in der Freizeit. An den genauen Anlass des Anrufes erinnere ich mich nicht mehr, wahrscheinlich wollte ich mit ihr ins Kino gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, hier ist Heiko ... äh Sarah ... äh ..., stammelte ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer auch immer von euch beiden grade spricht, antwortete sie amüsiert. Schön, dass du anrufst. Worum gehts?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute habe ich natürlich keine Probleme mehr meinen Vornamen zu nennen. Manchmal streift mein alter Vorname mich wie Windhauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der ersten Jahre als Frau strengte ich mich an, wenn ich von mir in einer bestimmten Rolle sprach, immer die weibliche Form zu benutzen. Ich sprach von mir als Leserin, Theaterbesucherin, Spaziergängerin, Radfahrerin. In solchen Situationen musste ich mich anfangs konzentrieren, um jedes mal die Endung -in an die Rollenbezeichnung anzuhängen. Einmal sprach ich mit einer Freundin darüber, sie sagte, dass ihr schon aufgefallen wäre, dass ich immer die weiblich Form für mich benutze. Sie würde das für sich nur selten machen, das sei ihr zu umständlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hatte an dieser Stelle schon einmal darüber geschrieben, was für ein sonderbares Gefühl es ist, wenn ich Fotos von mir als Junge oder Mann sehe. Als ich mich zu dem Wechsel entschloss, rechnete ich damit, dass es nicht immer leicht oder angenehm sein würde, meine männliche Rolle und die Spuren, die sie in meiner Vergangenheit hinterlassen hat, mit meinem jetzigen Leben in Einklang zu bringen, um so mehr staune ich über die Beobachtungen, die ich an mir in den letzten Woche machte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal stelle ich mir vor, wie ich anderen von meiner Kindheit und Schulzeit erzähle. Es sind banale Gespräche, die ich mir ausmale, es geht in ihnen um normale Erfahrungen und Eindrücke, wie sie jeder macht. Wenn ich solche Gedanken formuliere, beginne ich die Sätze immer öfter mit Als ich ein kleines Mädchen war... oder Als Schülerin ..., aber ich war nie ein kleines Mädchen oder eine Schülerin. Obwohl sie keine realen Erinnerungen spiegeln, kommen mir die Formulierungen zwanglos in den Sinn. Ich muss mich dafür nicht konzentrieren. Vielmehr kommen mir die entsprechenden männlichen Formulierungen unpassend vor. Ich hatte bisher immer angenommen, dass sich mein Frau-sein von dem Zeitpunkt an, seitdem ich als Frau lebte oder seitdem ich eine Frau bin, nur in meine Zukunft auswirkt, meine Vergangenheit oder meine Erinnerung aber nicht ändert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Lampe wirft in der Dunkelheit einen runden Lichtkegel um sich. Ich beginne zu ahnen, dass mein Wechsel eine Lampe ist, die ich einschaltete, um mit ihr nach vorn zu gehen, deren Licht und Wärme aber nun auch den Weg hinter mir bestrahlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von meinem Boot aus schmeiße ich Steine in den See. Die Wellen breiten sich in alle Richtungen aus. Wenn ich mich umblickte, sehe ich, wie die Wellen an die fernen Ufer meiner Kindheit schwappen. Aus der verschwommenen Ferne winkte mir ein Mädchen mit langen geflochtenen Zöpfen zu.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Gedanken&quot;&gt;Gedanken&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-03T21:17:39Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4401582/">
    <title>Die Motte</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4401582/</link>
    <description>Als ich heute morgen in mein Büro kam und mich an meinen Schreibtisch setzte, fiel mir eine Motte auf, die draußen auf der Scheibe saß. Sie leuchtete hellbraun wie die Blätter, die der Wind jetzt von den Bäumen bläst. Ihre Flügel waren durchscheinend und hatten in der Mitte jeweils einen winzigen schwarzen Fleck. Einen Moment beobachtete ich das Insekt, dann holte ich mir einen Kaffee. Als ich mich vor meinen Bildschirm setzte und an meinem Becher nippte, war die Motte noch immer da. Sie blieb den ganzen Tag regungslos an ihrem Platz. Von meinem Arbeitsplatz aus musste ich nur leicht den Kopf vom Monitor zum Fenster drehen, um sie zu sehen. Sie war immer da, während der acht Stunden, die ich heute im Büro war, bewegte sie sich nicht einen Millimeter. Sie war immer einfach nur da. Während dieser acht Stunden habe ich ungefähr vier Tassen Kaffee getrunken, vier Mal bin ich zur Toilette gegangen, mittags war ich in der Kantine essen, am Nachmittag aß ich eine Apfelsine, ich habe mich gelangweilt, ich habe Emails gelesen, mich mit Kollegen unterhalten, war wenigstens einmal wütend, ich habe die Entwicklung eines Programmteiles abgeschlossen und seine Funktionalität getestet. Während dieser ganzen Zeit, rührte sich die Motte nicht von der Stelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war eine schöner Tag heute in Aachen, blauer Himmel, Sonnenschein. Auf dem Weg in die Kantine überlegte ich sogar, ob es warm genug war, dass wir den Mittagskaffee wie im Sommer im Freien genießen könnten. Am Nachmittag flog ein Schwarm Krähen über den Parkplatz Richtung Westen. Ein junge Frau joggte mit ihrem Hund. Ich saß an meinem Arbeitsplatz. Die Luft im Büro kam mir stickig vor. Draußen war es kalt. Die Motte sass die ganze Zeit an ihrem Platz. Ich glaube nicht, dass sie tot war, wie hätte sich ein totes Insekt den ganzen Tag an einer Scheibe halten sollen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mal von einer Theorie gelesen, nach der die Gefühle und Gedanken, die wir im Kopf und im Bauch haben, und sogar unsere ganze Persönlichkeit, unser Ich, unser Bewusstsein von uns selbst, dass dies alles nichts weiter ist als ein Konstrukt unseres Gehirns, mit dem es versucht, die unglaubliche Flut an Reizen und Information zu verarbeiten. Nach dieser Theorie ist jeder Gedanke, jedes Gefühl eine Projektion dessen, was unser Gehirn von sich selbst wahrnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was nahm das Gehirn dieser Motte wahr? Verglichen mit meinem Gehirn besteht dieses Insektenhirn nur aus einem winzigen Bruchteil von Nervenzellen. Zu komplexen Wahrnehmungen ist dieses Gehirn sicher nicht in der Lage. Das Gehirn der Motte kann einen Mangel an Nährstoff wahrnehmen, es kann hungrig sein und sein die Motte zur Nahrungssuche veranlassen. Es kann äußere Bedrohungen erkennen, wie z.B. Vögel, die die Motte fressen wollen, oder ungünstige Witterungsbedingungen wie Regen oder Wind, woraufhin die Motte flüchten oder sich einen günstigeren Platz suchen wird. Vielmehr muss dieses Gehirn nicht verarbeiten, um das Überleben dieser Motte zu sichern. Dass die Motte sich den ganzen Tag über nicht bewegte, bedeutet also, dass sie keinen Grund dazu hatte. Sie hatte keinen Hunger und nichts bedrohte sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ganzen Tag versuchte ich mir immer wieder den Zustand des Gehirns dieser Motte vorzustellen. Am späten Nachmittag, als mein Kollege das Büro verließ, beugte ich mich zu der Scheibe, um die Motte näher zu beobachten, keine Reaktion. War sie vielleicht doch tot? Nein, das glaube ich noch immer nicht. Wahrscheinlich schwirrt sie inzwischen um irgendeine Lampe. Erst am späten Nachmittag fing ich an zu begreifen, was das Verhalten der Motte bedeutete. Die Situation und die Position der Motte waren perfekt. Ihr Gehirn nahm keine äußeren oder inneren Reize war, die eine Reaktion erforderten, d.h. es gab also keine Handlung, die die Situation der Motte verbessern konnte. Sie saß einfach nur da auf der Schein. War sie vielleicht einfach nur glücklich? Und was bedeutet das für den Zustand meines Gehirns? Denke, fühle, handle ich nur deshalb, weil sich mein Gehirn noch nicht in einem perfekten Zustand wähnt?</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Beobachtungen&quot;&gt;Beobachtungen&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-31T20:56:13Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4390994/">
    <title>Schreiben</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4390994/</link>
    <description>Vom Schreiben leben?&lt;br /&gt;
Vom Leben schreiben!</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Gedanken&quot;&gt;Gedanken&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-28T20:59:19Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4359663/">
    <title>Ratten</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4359663/</link>
    <description>Warum hatten sie sich gestritten? Nadine schaute zum Himmel, tiefblau hing er über ihr wie eine Kuppel. Die Sonne war schon hinter die schnee bedeckten Tannen gesunken, trotzdem blendeten sie die Strahlen, die durch die Zweige schienen. Frank, dachte Nadine. Nur dieser Gedanke war von dem Streit gestern Abend übrig geblieben. Wie er aus der Wohnung gestürmt war, mit Schweiß auf der Stirn. Ob er zurück kommt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Weg blies ihr ein frostiger Wind ins Gesicht. Die Spitzen der Tannen schwankten unschlüssig, raunten als wunderten sie sich über die Joggerin, die so spät am Nachmittag hier unterwegs war. Sie hielt an, zog die Fäustlinge aus und klemmte sie zwischen die Knie. Der Wind stach wie Reisszwecken in ihr Gesicht. Sie löste den Schal und wickelte ihn um Hals und Gesicht, schob sich die Pudelmütze tiefer in die Stirn. Ihr Atem trieb in Wolken davon. Sie überlegte umzukehren wegen der Kälte, aber die Luft war so rein und klar, der Wald so friedlich. Sie lief weiter, der Schnee knirschte unter ihren Sohlen. Sonst war es still. Die Stämme knarrten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter ihr krächze ein Vogel. Sie zuckte zusammen, drehte sich um. Eine Rabe flog über ihren Kopf hinweg und landete in einer Tanne, die alle ihre Nadel verloren hatte. Der Vogel krächzte aufgeregt, hinter der nächsten Kurve hörte sie mehr Stimmen. Der Rabe schien sie zu beobachten. Als sie weiterlief, schwang sich das Tier in die Luft und flog voran. Nadine starrte ihm hinterher. Als sie um die Ecke bog flog vor ihr ein Schwarm Raben auf, sechs, vielleicht auch mehr Vögel kreisten über ihrem Kopf. Sie mochte Raben, ihren rauhen Stimmen, die klangen als hätten sie zu viel Rotwein getrunken und zu viel Zigarren geraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim nächsten Schritt knackte es unter ihrer Sohle: Sie hatte in tote Ratte getreten. Der Kadaver war unter ihrem Tritt aufgeplatz, Blut klebte an ihrem Schuh. Einen Moment drehte sie ihr Gesichtsfeld. Dann erst erschrak sie und machte einen Schritt zur Seite. Mit dem anderen Fuss tratt sie auf eine zweite Ratte, eine graubraun gescheckte, die erste war weiß gewesen. Sie schwankte. Der Weg vor ihr war übersät mit toten Ratten, graue Ratten, braune Ratten, weiße Ratten mit braunen Flecken, einige lagen flach auf dem Bauch, andere auf dem Rücken, auf der Seite, die Schwänze hatten sie wie Schwerter in den Schnee gestreckt oder um den Leib geschlungen. Einigen hatten die Raben den Bauch aufgepickt, Gedärme quollen heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nadine wich einige Schritte zurück, Mitleid und Ekel fesselten ihren Blick an das Leichenfeld. Sie hockte sich nieder, riss den Schal vom Hals und übergab sich in den Schnee. Dann schaute sie zurück auf die Ratten. Das nächste Tier vor trug ein rotes Halsband, an dem ein rundes Metallplättchen hing, worauf in schwarz die Nummer 37 stand. Auch die Ratte, die neben dieser lag, hatte ein Halsband wie ihre Nachbarin, das Plättchen zeigte die Nummer 12. Nadine wunderte sich über die Nummern. Sie stand auf und als brächte das Ordnung in ihre Verwirrung und vertriebe ihren Ekel, umrundete sie die Kadavar, zählte sie durch: Genau 50 Ratten, jede trug ein Halsband. Die Tiere schienen von eins bis fünfzig durchnummeriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Rabe flog dicht über sie hinweg und krächzte wütend. Die Vögel kreisten über Nadine und kamen ihr immer näher. Erschrocken drehte sie sich um ging langsam den Weg zurück. Inzwischen war die Sonne untergegangen und Nadine konnte kaum den Boden zu ihren Füßen sehen. Hastig stolperte sie zurück zu ihrem Wagen. Sie mussten jemanden anrufen. Erst als sie den Parkplatz erreichte, zog sie ihr Handy aus der Hosentasche. Wen sollte sie Anruf? Die Ratten bedeuteten etwas? Sie mussten jemandem gehören, der sie entweder vermisste oder für ihren Tod verantwortlich war. Die Polizei musste sich darum kümmern, musste ermitteln und den Schuldigen verhaften. Nach dem Gespräch lehnte sie sich gegen ihren Golf. Scheinwerfenkegel huschten hinter über die Landstraße vorbei. Nadine fror, setzte sich aber nicht in den Wagen, sie fühlte sich einsam, dachte wieder an Frank: warum? Warum wollte sie in anrufen und von den Ratten erzählen? Würde das etwas ändern?</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Finger%C3%BCbungen&quot;&gt;Fingerübungen&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-17T20:48:44Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4352656/">
    <title>Feddersen steht auf</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4352656/</link>
    <description>Musste diese verdammte Negerin ausgerechnet um viertel vor sechs kommen. Jeden Tag ging er um die gleiche Zeit nach Hause, Feddersen hatte nicht vor heute eine Ausnahme zu machen, mochte der Fall dieser Schwarzen noch so dringend sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Aber verstehen Sie doch&quot; Die Frau breitete eine Handfläche vor ihm aus. &quot;Meine Tochter wird in ein paar Wochen eingeschult. Ich brauche das Geld. Wie soll ich ihr die Hefte, Bücher und Stifte kaufen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feddersen wunderte sich, wie gut die Frau Deutsch sprach. Die meisten der Bimbos nuschelten, dass er sie kaum verstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich kann Ihnen nicht helfen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langsam richtete er sich vor der Frau auf. Feddersen war groß und Kräftig, in seinem Boxverein nannten sie ihn Bulldoge. Er genoss, wie sich die Frau eingeschüchtert duckte. Er ging um den Schreibtisch herum, zog sie von ihrem Stuhl herunter und schob sie zur Tür heraus. Zufrieden räumte er seinen Schreibtisch auf. Um Punkt 18 Uhr wie an jedem Arbeitstag verließ er das Ausländeramt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Pünktlich wie immer, Herr Feddersen&quot;, sagte der Pförtner am Eingang. Feddersen nickte antwortete mit einem grimmigen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Bank der Haltestelle hockte zu seinem Unmut die Schwarze, die eben seinen Rhythmus gestört hatte. Zum Glück bemerkte sie ihn nicht. Nach einigen Minuten kam der Bus. Wortlos ging Feddersen an Willy Otremba, dem Busfahrer, mit der er für gewöhnlich ein Schwätzchen hielt, vorbei und setzte sich in die letzte Reihe. Die Negerin wählte einen Platz in der Mitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hatte sie hier zu suchen, fragte er sich, als der Bus los fuhr. Sie gehörte nach Afrika, wo ihre schwarze Haut sie vor der Sonneneinstrahlung schütze. Deutschland war ein weißes Land. Im Grunde verstand er die Frau sogar. In ihrer Heimat herrschte wahrscheinlich Bürgerkrieg oder eine Hungerkatastrophe. Aber was konnte er dafür, dass diese Bimbos ihren Kontinent nicht in Ordnung halten konnten. Warum sollte die deutsche Gesellschaft dafür zahlen? Hatten sie hier nicht genug Probleme? Er fühlte sich in ihrer Nähe nicht wohl, irgendwie schuldig als hätte er etwas gut zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der nächsten Haltestelle bestiegen zwei Skinheads in Fliegerjacken und Springerstiefeln den Bus. Feddersen schätze die beiden Männer auf ungefähr zwanzig. Sie stemmten die Hände in die Taschen als warteten sie nur auf eine Gelegenheit zu explodieren. Als der Bus weiter fuhr, entdeckte der kleinere der beiden die Schwarze, die sich in ihren Sitz kauerte und bemühte keine Aufmerksamkeit zu erregen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Hey, du Nigger-Fotze!&quot; Er baute sich breitbeinig vor ihr auf und stieß sie mit der Faust an. &quot;Dies ist ein deutscher Bus.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der andere gesellte sich zu seinem Kameraden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Was haste hier zu suchen?&quot; Er entriss ihr den Rucksack, den sie als Schutz gegen die Brust presste. &quot;Willst dir wohl Kosten des Deutschen Volkes einen lauen Lenz machen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Lasst mich in Ruh&apos;! Verpisst euch&apos;!&quot;, fauchte die Schwarze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;So spricht du nicht mit einem Deutschen!&quot; Der größere schlug ihr ins Gesicht, dass ihr Kopf gegen die Buswand prallte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frau blickte sich im Bus. Für einen Moment sah Feddersen ihr in die Augen. Da war wieder dieser Vorwurf, diese Anklage. Die Frau schrie, als ein zweiter Schlag sie traf. Feddersen stand auf. Mit ein paar Schritten durchquerte er den Bus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Es reicht!&quot; Er packte den ersten an der Schulter und zog ihn mit einem Ruck zur Seite, dass dieser zu Boden fiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Otremba, halt mal an!&quot;, schrie er zum Busfahrer. &quot;Die zwei wollen aussteigen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fahrer trat auf die Bremse. Die Türen schwangen auf, während der Bus ausrollte. Feddersen packte einen Skinhead, stieß ihn aus dem Bus, zerrte den anderen hinter sich her, warf ihn auf die Straße. Das ganze ging so schnell, dass die beiden Kerle sich nicht wehren konnten. Als sich die Türen des Busses schlossen, überschlug sich der eine auf dem Asphalt, während der andere sich die Wange rieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Alles in Ordnung?&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hand der Schwarzen zitterte, als Feddersen ihr den Rucksack reichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Vielen Dank!&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feddersen wehrte ihren Dank mit einer Handbewegung ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Kommen Sie morgen wieder. Dann werden wir sehen, was ich für Sie tun kann.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er nickte dem Busfahrer zu, dann ging er wieder zu seinem Platz in der letzten Reihe. Er spürte die Blicke der andere Fahrgäste.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Finger%C3%BCbungen&quot;&gt;Fingerübungen&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-15T20:24:19Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4286471/">
    <title>Zeitverschwendung</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4286471/</link>
    <description>Heute Nachmittag hatte ich Besuch von einem guten Freund und seiner Freundin. Wir saßen im Garten, tranken Earl Grey und aßen Schokoladenkuchen. Er erzählte begeistert, dass er seit einem halben Jahr Herr der Ringe Online spielt. Die Entwickler haben wie es scheint in dem Spiel (fast) die gesamte Welt aus dem Herrn der Ringe nachgebildet. Er meinte, erkenne sich einigermaßen in der Welt aus. Wenn man dann z.B. durchs Auenland geht, an den Brandyweinfluss kommt, aus dem Buch weiß, dass über den eine Brücke führt, nach der man irgendwie in den alten Wald kommt, dann findet man im Spiel tatsächlich diese Brücke und diesen Weg in den alten Wald. Er war schon mehrmals im alten Wald, jedes Mal weiß er nach einigen Minuten nicht mehr, wo er ist, und verläuft sich. Er spielt es fast jeden Abend, mindestens ein bis zwei Stunden. Dabei kann er sich immer wunderbar entspannen und schläft gut. Einmal spielte er bis vier Uhr morgends, obwohl er am nächsten Tag arbeiten musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir fiel dazu nur ein Kommentar ein: Zeitverschwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe gerade kurz nach dem Spiel im Internet gesucht, um ein paar Bilder zu sehen. Es ist ja schon wirklich erstaunlich, was die Computergrafiker heute alles auf den Bildschirm zaubern. Aber es ist doch nur eine virtuelle Wellt, nichts als Elektron, die durch den Speicher des Rechner sausen. Man kann den Wald nicht riechen, man kann sich nicht an Brombeerhecken den Arm aufschürfen. Man kann nicht den Atem oder den Schweiß des Gegners spüren. Wenn man den Rechner ausschaltet ist alles verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ehrlich zu sein: Ich bin neugierig, wie das virtuelle Auenland aussieht. Als ich einen kurzen Blick auf die Interseite warf, überlegte ich, ob das Spiel für meinen Tiger erhältlich ist. Aber ich weiß: Selbst wenn ich es auf meinem Rechner installierte und startete, würde mein Aufenthalt darin nach ein paar Minuten als Zeitverschwendung vorkommen. Ich sagte meinem Freund, dass das Spiel für mich Zeitverschwendung bedeutet. Er verstand meinen Kommentar nicht. Wie sollte er mich auch verstehen! Kommt mir doch seit einiger Zeit, fast alles was ich tue, als Zeitverschwendung. Mein Arbeit: Zeitverschwendung, aber nun gut irgendwie muss ich mein Müsli und das Futter für meine Katzen ja finanzieren; Wohnung aufräumen, Wäsche waschen, Einkaufen: Zeitverschwendung. Früher bin ich viel ins Kino gegangen. Es gab einmal ein Jahr, da bin ich 40 Mal im Kino gewesen. Heute überlege ich mir sehr genau, welchen Film ich sehe, früher habe ich fast alles gesehen. Ich habe noch ein paar DVD auf meinem Schreibtisch, die ich noch nicht gesehen habe. Die Klassik-Edition der ZEIT habe ich immer noch nicht durchgehört. Immer wenn ich eine der CDs einlege, denke ich, dass könnte Zeitverschwendung sein, denn eigentlich könnte ich stattdessen: Schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und obwohl ich mich über meinen Besuch heute Nachmittag gefreut habe und obwohl ich fast ein wenig enttäuscht war, als sie nach zwei Stunden schon gingen, überlegte ich mittags, als ich den Schokoladenkuchen buk, das könnte heute Nachmittag wieder Zeitverschwendung sein, denn eigentlich könnte ich stattdessen: Schreiben.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Schreiben&quot;&gt;Schreiben&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-23T19:19:46Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4284287/">
    <title>die letzte Sommernacht</title>
    <link>http://schreiballerlei.twoday.net/stories/4284287/</link>
    <description>Dies ist die offiziel letzte Sommernacht. Laut dem &lt;a href=&quot;http://www.internetwetter.de/home/spezialwetter.htm&quot;&gt;Internetwetter&lt;/a&gt; beginnt morgen um 11:51 der Herbst. Morgen soll es noch einmal warm werden. Vielleicht gönnt uns der Herbst eine erste laue Herbstnacht. Der Sommer war ja dieses Jahr eher schlecht gelaunt. Ich sitze auf der Terrasse in meinem Garten. Mir ist kalt (ein vertrautes Gefühl in diesem Sommer). Der Bildschirm meines Laptop beleuchtet seine Tastatur. Die Beschriftung der Tasten kann ich nicht erkennen, zum Glück kann ich blind maschineschreiben (wird das jetzt eigentlich getrennt, auseinander oder wie auch immer geschrieben) - ich lausche in die Nacht hinein, in diese letzte Sommernacht. Hinter den Häuser rattert ein Zug. Ich wohne noch nicht lange genug hier, habe noch nicht lang genug in die Nacht gelauscht, um sagen zu können, ob der Zug in Aachen einfährt oder Richtung Brüssel, Paris unterwegs ist. Ein Martinshorn erklingt. Irgendwo lacht eine Frau, jemand hustet. Dann ist da noch der Atem der Stadt, dieses unterschwellig Raunen, das von nirgendwo zu kommen scheint, in dem sich der Lärm der Autos mit der anderen Geräuschen vermengt. Die Vögel schlafen. Oder sind sie schon nach Afrika gezogen? Etwas flattert in einem Busch am Rand meines Gartens. Die Nachbarn sind noch einmal in den Garten gegangen. Ich kann sie nur hören nicht sehen, weil eine zwei Meter hohe Mauer die Grenze zwischen ihrem und meinem Garten bildet. Ich schaue nach oben - und verfluche die Stadt, die mit ihrem Licht den Nachthimmel verpestet. Ich wünsche mir einen Stromausfall, damit es dunkel genug wird, um die Stern zu beobachten. Über mir steht Cassopeia, das Himmels-W, zumindest glaube ich das, es würde zu Jahreszeit passen. Heute in der Mayerschen hatte ich das Himmelsjahr 2008 in der Hand. Früher kaufte ich mir das öfter. Diese Woche überlegte ich sogar mal wieder mir ein Teleskop zu kaufen, aber erstens bin ich noch immer pleite und zweitens hätte ich aus meinem Garten bei dem ganzen Lichtschmutz nur miese Beobachtungsbedingungen. Wie lange werde ich jetzt noch hier sitzen. Die Flasche Bionade (Ingwer-Orange) habe ich schon leer getrunken. Ich habe noch einmal zum Himmel geschaut. Nun glaube ich, dass über mir der Schwan seine Schwingen ausbreitet, mein Lieblingssternbild. Wenn man es mit dem Fernglas beobachtet sieht mit die Sterne der Milchstraße, Myriaden von Lichtpunkten, die man mit bloßem Augen nur als hellen Schleier wahrnimmt, wenn es dunkel genug ist. Irgendwann mache ich mal eine Reise in die Sahara, weil die Nacht dort so finster ist, dass man die Milchstraße sehen kann. Wieder quatschen die Nachbar in die Stille hinein. Wenn ich nicht so schwerhörig wäre, könnte ich sie belauschen. Es scheint ein politisches Gespräch. Ich höre die Worte &quot;was wenn die Amerikaner ... nicht in Kroation ... Italien ist kein ... Staat ... die Italiener ... wenn Jugoslawien nicht gefallen wäre ... &quot; Es sind Männer, die sich da unterhalten, im Hintergrund krakelt ein Kind. Die letzte Sommernacht. In irgendeinem Gedicht heißt es: Wer jetzt allein ist, wird es lange bleibe. Ich kenne das Zitat, aber nicht das Gedicht, wahrscheinlich eine Bildungslücke. Jetzt ist es plötzlich wieder still, als hätte jemand das Fernsehen ausgeschaltet, wahrscheinlich sind sie nur reingegangen und haben das Fenster geschlossen. Mir ist kalt. Der Friseur, der über mir wohnt ist nicht zu Hause, in seiner Wohnung ist es dunkel. Wahrscheinlich kommt er gegen 23 Uhr heim und dreht dann die Musik so laut, dass ich sie in meinem Bett hören kann. Wieder fährt ein Martinshorn durch die Straße, das dritte seitdem ich hier sitze und friere. In den oberen Wohnungen meines Mietshauses brennt Licht. Da sind sie, lesen einen Liebensroman, schauen die Berichte vom heutigen Bundesligaspieltag, höreb eine Symphonie von Sibelius (der starb an einen Tag dieser Woche vor fünfzig Jahren) oder sie haben Sex miteinander, hoffentlich guten. Ob auch sie wissen, dass dies die letzte Sommernacht ist? Meine Katzen streunen noch durch die Nachbargärten. Habe ich schon erwähnt, dass ich in Strümpfen hier sitze. Langsam kriege ich kalte Füße.</description>
    <dc:creator>sarah.tegtmeier</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://schreiballerlei.twoday.net/topics/Gedanken&quot;&gt;Gedanken&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarah.tegtmeier</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-22T20:22:53Z</dc:date>
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